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Klettertechnik - Überhänge

Diese Klettertechnik Infos sind eine kurze Zusammenfassung aus dem Klettern Heft 01/2005 Artikel von Udo Neumann

Körperspannung

Die Körperspannung pflanzt sich durch den Körper. Wenn wir in der Horizontalen - also im Dach - nicht wie ein nasser Sack mit dem Hintern fast auf den Boden kommen wollen, so müssen wir uns mit Hilfe der Füsse und Arme Punkte suchen, die es uns erlauben, Körperspannung aufzubauen. Gute Kletterer können aus jeder Situation - nicht nur im Dach, ständig Körperspannung aufbauen, so dass die Armkraft minimiert werden kann. Da die Körperspannung immer wieder neu auf- und abgebaut wird - also im stetigen Fluss ist - ist es nicht unbedingt nötig die Hangwaage zu trainieren. Denn in diesem Fall ist es ein statisches aufbauen der Körperspannung, was im normalen Kletterfluß nicht so gut genutzt werden kann. Wichtiger wäre es die im folgenden beschriebenen Übungen zu trainieren.

Pendeln und Scheren

Frontal

Schulter und Hüfte müssen bei dieser Art und Weise des Kletterns parallel zur Wand sein. Diese Art des Kletterns ist notwendig, wenn auch die Füße frontal gesetzt werden. D.h. wenn sie nicht mit Innen oder der Außenseite gesetzt werden können.

Eingedreht

Bei positiven Tritten können wir hingegen eingedreht klettern. Durch die Schrittstellung in dieser Position, kann schon Körperspannung aufgebaut werden. Diese Form des kletterns ist sehr wichtig, da durch diese Stellung, ein drehen um die Schulter eine Fortbewegung leichter macht. Dies ist sowohl im leicht wie auch im stark überhängendem Gelände der Fall.

Diagonal

Hiermit ist gemeint, dass rechter Arm und linker Fuß belastet werden, oder umgekehrt. Falls nur rechter Arm und linker Fuß belastet wird, so kommt es bei mangelnder Körperspannung zum Pendeln und ein Fallen ist vorprogrammiert.

Passgänger

Das diagonale Klettern ist jedoch nicht immer zu umgehen. In dieser Situation ist es dann wichtig, dass das andere Bein - freihängend - versucht, die instabile Situation auszugleichen. D.h. das andere Bein schert aus.

Deadpoint

Deadpoint heisst nichts anderes wie Greifen zum Zeitpunkt des Umkehrpunktes (tote Punkt). Dies ist der Moment, wo die Vorwärtsbewegung aufhört, die Rückbewegung aber noch nicht eingetreten ist. In solchen Augenblicken, können wir Griffe festhalten, die deutlich kleiner sind, als in Situation, wo sich der Körper wieder zurückbewegen möchte. Eingeleitet, wird solch eine Bewegung durch die Hüfte. Es sollte auch bekannt sein, wie der Griff zu halten ist, denn es ist keine Zeit dafür da, den Griff nach seiner besten Griffmöglichkeit abzutasten.

Übungen

Ein Arm Traversen

Es ist für das Erlernen des Deadpoint Kletterns sinnvoll Ein-Arm-Traversen zu trainieren. Hierbei lernt man, den Zeitpunkt richtig zu bestimmen und es sollte versucht werden, die Länge des Deadpoints so lange wie möglich zu halten. Bzw. die Dauer der Bewegung mit dem ganzen Körper einzuleiten, so dass anschliessend genügend Zeit bleibt um beispielsweise in die Hände zu klatschen. Die Initiierung der Ein-Arm-Traverse sollte von der Hüfte ausgehen. Anschliessend pflanzt sich die Welle durch den Körper fort und im Deadpoint kann weitergegriffen werden.

Vorsichtig sollte man bei dieser Übung sein. Nie mit gestrecktem Arm weitergreifen, denn dadurch wird das Schultergelenk belastet, was nicht sein darf. Ebenso werden dadurch die Ellenbogen zu stark belastet.

Körperspannung mit System

Eine Übung ist, dass die linke Hand in einem Dach einen abschüssigen Griff nimmt. Der rechte Fuss zieht an einem Tritt. Versuche nun dich auszupendeln. Nun versuche zu wechseln. Hierfür greift deine rechte Hand zum gleichen Griff, den die linke Hand schon greift und der linke Fuss zieht an dem Tritt, den vorher der rechte Fuss gezogen hat. Anschliessend lässt die linke Hand den abschüssigen Griff los.